31 - Souveranität und Macht im Boardroom
Shownotes
In dieser Folge von Female Success widmen sich Dr Martina Rudy und Dr. Marie Theres Thiell den täglichen Herausforderungen von Frauen in Führungspositionen. Wie geht man mit unsachlicher Kritik um? Wie behauptet man sich in traditionellen Netzwerken, ohne die eigene Authentizität zu verlieren? Und warum ist "Macht" eigentlich kein Schimpfwort?
Erfahren Sie, wie Sie sich in Meetings Gehör verschaffen, warum Expertenwissen Ihre stärkste Währung ist und welche strategischen Kniffe Ihnen helfen, die Karriereleiter souverän zu erklimmen.
Die Highlights dieser Folge:
Umgang mit Kritik: Warum Sie bei unsachlichem Feedback erst einmal drüber schlafen sollten und wie Sie „Allgemeinplätze“ durch gezieltes Nachfragen entlarven.
Sender-Empfänger-Modell: Die Emotionsfalle umgehen und Kritik als Führungsinstrument begreifen.
Netzwerken mit Strategie: Warum Frauen lernen müssen, strategisch zu fragen: „Wer hilft mir bei meinem Ziel?“
Die „Ideen-Piraterie“: Was tun, wenn Kollegen Ihre Ideen als ihre eigenen verkaufen? (Stichwort: Intellektuelle Trittbrettfahrer).
Mythos „Männlicher Führungsstil“: Warum authentische Führung keine Geschlechterfrage ist, sondern eine Frage von Haltung und Verantwortung.
Das Phänomen Macht: Macht als Gestaltungsmittel erkennen und Expertenmacht gezielt nutzen.
Maries 3 Goldene Regeln für den Karrierestart:
Werden Sie Experte: Schaffen Sie sich ein unverwechselbares fachliches Fundament (Ihre Basis-Macht).
Denken Sie interdisziplinär: Zeigen Sie Interesse über den Tellerrand hinaus und arbeiten Sie in funktionsübergreifenden Projekten.
Sorgen Sie für Sichtbarkeit: Nutzen Sie interne Town Halls ebenso wie externe Plattformen (LinkedIn, Konferenzen), um Ihre Stimme hörbar zu machen.
Quick-Tips für das nächste Meeting:
Präsenz zeigen: Seien Sie 5 Minuten früher da und wählen Sie einen strategisch günstigen Sitzplatz (Mitte der Längsseite).
Kein Service-Modus: Führen Sie kein Protokoll und schenken Sie keinen Kaffee aus (außer Sie sind die CEO!).
Vorbereitung ist alles: Kennen Sie nicht nur Ihre Themen, sondern definieren Sie vorab Ihr Maximal- und Ihr Minimalziel für das Gespräch.
Über FEMALE SUCCESS
„FEMALE SUCCESS“ ist der Podcast, der die Rolle von Frauen in Wirtschaft und Führung in den Mittelpunkt stellt – und zeigt, wie entscheidend sie für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen sind. Dr. Marie-Theres Thiell und Dr. Martina Rudy beleuchten, wie Unternehmen aktiv zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen beitragen können, welche Strukturen angepasst werden müssen und welche Erfolgsgeschichten inspirieren
Website: www.female-success.eu
Hast Du Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag für einen spannenden Gast? Dann schreib uns: marie- theres.thiell@femalesuccess.eu oder Martina.rudy@femalesuccess.eu Marie-Theres Thiell bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-marie-theres-thiell/ Martina Rudy bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-martina-rudy-a65632116/
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen bei Females Success, dem Podcast der Frauen in Wirtschaft und Führung in den Fokus rückt.
00:00:11: Wir zeigen wie Unternehmen weibliche Führungen gezielt fördern können und wie Frauen ihre Karriere erfolgreich gestalten.
00:00:18: Eure heutigen Gastgeberinnen sind Dr.
00:00:20: Marie Therese Thiel und Dr.
00:00:22: Martina
00:00:22: Rudi.
00:00:38: Heute geht es um Themen, die viele Frauen in Führungspositionen beschäftigen.
00:00:43: Wie gehen wir mit Kritik um?
00:00:45: Wie behaupten wir uns in männlich dominierten Umfeldern?
00:00:49: Wie finden wir Verbündete ohne uns zu verbiegen?
00:00:53: Wie verschaffen wir uns Gehör?
00:00:56: Neben mir ist meine Kollegin Dr.
00:00:59: Marie Theristil und ich bin Martina Rudi Und wir beide machen heute gemeinsam diesen Podcast.
00:01:08: Ja liebe Marie, lass uns einfach direkt
00:01:10: anfangen
00:01:12: und zwar mit dem Thema Kritik.
00:01:14: Wie gehst du damit um wenn Feedback unsachlich oder sogar verletzend ist?
00:01:20: Und welche Erfahrungen hast Du damit gesammelt?
00:01:24: Ja liebe Hörerinnen und Hörern herzlich willkommen auch von meiner Seite und danke Martina für diese Einführung in das so drüber wir heute mal sprechen wollen.
00:01:38: Wie gehe ich mit Kritik um?
00:01:42: Vor allem, wenn sie nicht ganz gerechtfertigt ist aus meiner Sicht oder sogar verletzend.
00:01:49: Erstes Mal ist immer das Thema Sender und Empfänger.
00:01:54: man muss überlegen sendet der Sender etwas was er ganz anders meint als es bei mir als empfänger ankommt?
00:02:03: aber natürlich da ich auch schon in der vorherigen Folge erklärt habe, dass ich sehr emotional bin und das eigentlich meine größte Schwäche ist, ärgert mich das erstmal sehr.
00:02:18: Und dann ist es das Wichtigste aber nicht sofort darauf zu reagieren.
00:02:25: Und ehrlich gesagt, das hab' ich auch im meinem langen Berufsleben gelernt Ja, man sollte es in einem Gespräch nicht sofort erwidern.
00:02:38: Nicht sofort darauf einsteigen wenn es in einer Mail passiert erstmal drüber schlafen und am nächsten Tag beantworten ja passiert ist in dem direkten Austausch beim Meeting erst mal wie gesagt nicht sofort reagieren tief durchatmen und dann erstmal andere sprechen lassen.
00:02:59: so gewinnt man Zeit Und man kann sich dann eine passende Antwort so zurechtlegen.
00:03:07: Die Antwort kann natürlich auch mal gesalzen sein?
00:03:11: Ja, vielleicht noch eine Ergänzung von mir.
00:03:15: Kritik ist gerade wenn sie eben nicht sachlich ist ja oftmals besonders verletzend und beliebt es dabei so etwas wie Allgemeinplätze.
00:03:27: Ich habe gehört dass sie machen immer dieselben Fehler.
00:03:33: Man spricht darüber, dass ihr Team das Problem mit ihrem Team hat.
00:03:37: Ihre Haltung wird kritisch gesehen.
00:03:41: gerade wenn solche Kritik im Form von allgemeinplätzen kommt muss man immer kritisch nachfragen und sagen okay
00:03:53: wer
00:03:53: hat was wann konkret gesagt über mich?
00:03:57: Und wenn dann vom Gegenüber nichts kommt, kann man das getrost vergessen.
00:04:03: Netter Versuch aber das tangiert mich da nicht und kann zur Tagesordnung übergehen.
00:04:09: Aber man sollte nicht in die Falle verfallen mit solchen allgemeinen Kritikvorwürfen sich von solchen allgemenen Kritik vorwirfen zu sehr tangieren zu lassen.
00:04:21: Ja, da hast du völlig recht Martina.
00:04:24: Aber wir beide wissen wie oft ist uns das passiert und wie lange hängt einem das nach?
00:04:33: Also wir reden ja jetzt heute darüber mit einer gewissen Distanz und die Führungskraft Mann oder Frau diese Ratschläge gelten für beide müssen einfach sich üben darin wie man damit umgeht und auch bei uns hat das ja eine ganze Zeit gedauert.
00:04:55: Völlig klar, das hat gedauerd und gebraucht bis man auch da ein gewisses Selbstbewusstsein und eine Souveränität gegenüber solchen Anwürfen entwickelt hat und möglicherweise gerade wenn es so allgemeinplätze war am Ende auch ein bisschen spielerisch damit umgehen konnte.
00:05:13: Marie, es gibt ja sowas wie hilfreiches Feedback dass mich in meiner Entwicklung nach vorne bringt Und es gibt aber auch so ein reines Rauschen.
00:05:22: Hast du eine Idee, wie du das unterscheiden kannst?
00:05:26: Ja über Feedback-Kultur haben wir ja auch die diversesten Schulungen in unserem Berufsleben erfahren dürfen und für mich war immer erstmal entscheidend wer ist der Absender?
00:05:45: also wer gibt mir das Feedback?
00:05:47: generell konnte ich dann schon einordnen war das hilfreich unterstützend gemeint oder wollte man mich nur verunsichern?
00:05:57: und oftmals ist mir der effekt begegnet geh langsamer ich bin nicht so schnell.
00:06:05: also damit wollte mir jemand wollte jemand zum ausdruck bringen.
00:06:10: er will mich bremsen weil er noch nicht selbst so sortiert ist und so effizient agieren kann.
00:06:19: Er ging ja diese Strategiestelle andere erstmal ins Unrecht, um nicht selber ins Defizit zu kommen.
00:06:26: Und so wollte er dann von den eigenen Schwächen ablenken.
00:06:30: also dieses Muster habe ich natürlich sehr oft erkannt und das heißt nicht dass ich mich nicht darüber geärgert habe aber Ich bin halt dann stringent mein Weg weitergegangen Und hab versucht, denjenigen mit einzubeziehen in die Vorgehensweise.
00:06:50: Die ich eben gegangen bin.
00:06:53: und man müsste sollte aber auch.
00:06:55: Man bekommt ja nicht nur Feedback sondern als Führungskraft gibt man auch Feedback.
00:07:01: und da habe Ich immer gelernt man sollte es vielleicht etwas anders verpacken, also vielleicht sagen ja ich würde mir wünschen dass das und das und was anders gemacht wird.
00:07:16: Ich empfehle das anders zu machen.
00:07:19: Allein schon diese Tonalität oder dieses Verding hat einen ganz anderen Effekt bei demjenigen wo es ankommt.
00:07:31: Man ist als Führungskraft Feedback... Erhalter oder Feedback bekommen und man ist aber auch Feedback-Geber.
00:07:41: Ja, das ist ganz richtig!
00:07:44: Und natürlich führt Kritik bei fast den meisten Menschen dazu, dass sie erstmal in so eine Habachtstellung gehen, einen ganzen Körper anspannen... ...und in so einer Abwehrhaltung.
00:07:56: Da ist natürlich ein Wörding was respektvoll ist etwas ... was man so eine Kommunikationstür offen hält.
00:08:07: Und der Umgang mit Kritik ist natürlich ein individueller, aber gibt es da auch so etwas?
00:08:15: Ein Unterschied im Umgang... ...mit Kritik zwischen Frauen und Männern.
00:08:19: hast du sowas erlebt?
00:08:22: Ja ich glaube schon dass es einen Unterschied gibt in dem Umgang Mitkritik weil Frauen viel emotionaler sind bei ihren Aufgaben mit viel mehr Emotionen und Leidenschaft, die Dinge bewegen wollen.
00:08:39: Und deswegen trifft es eben einem auch härter und schneller.
00:08:47: Ich habe das immer die Emotionsfalle genannt.
00:08:50: Männer gehen da oft stumpfer um, obwohl ich es nicht verallgemeinern will.
00:08:57: Ich bin fest davon überzeugt dass es Kollegen gibt, die ähnlich empfinden.
00:09:02: Aber, ja ... Sie ist vielleicht anders verarbeiten.
00:09:09: Also man sollte nicht sagen das ist das männliche und das ist weibliche Verhalten.
00:09:16: Ich an meiner Person habe es so erlebt, dass ich mich sehr getroffen hab.
00:09:21: Will da aber keine Verallgemeinerung rausmachen?
00:09:25: Es ist generell schon so, dass Frauen sich Kritik mehr zu Herzen nehmen wie du das sagst ... kenne ich ja auch von mir, ... ... schlaflose Nächte damit verbringen.
00:09:35: Was natürlich auch nicht günstig ist... ... wenn ich nächsten Tag wieder leistungsfähig sein muss!
00:09:39: Und die Empfehlung kann eigentlich nur ... ... sein wirklich sehr genau zu reflektieren.
00:09:46: was ist das für eine Art von Kritik?
00:09:48: Was ist vielleicht auch richtig?
00:09:49: Was kann sich verändern und wo geht's möglicherweise um etwas ganz anderes?
00:09:55: Wenn es um was ganz anderes geht dann muss ich möglicherweise auch mal ein Gegenangriff starten
00:10:00: Und wir sollten vielleicht einen Punkt mal ansprechen.
00:10:03: Es wird ja immer so, man Frau polarisiert wo die Männer die Frauen kritisieren und das ist ja nicht immer nur so.
00:10:15: es gibt Ja auch sehr scharfe Kritik von frau zu frau Frauen untereinander also dass ist ja Nicht nur polyhof ja sondern frauen untereinander können ja sehr sehr stark kritisiert Und oft nicht so direkt wie die Männer, das ist ja das Schlimme.
00:10:33: Mit direkter Kritik kann man viel besser umgehen als mit so hinterrum Kritik.
00:10:40: und da möchte ich eigentlich auch noch mal an alle Kolleginnen appellieren bitte sprecht es in angemessener Art und Weise.
00:10:51: und da unterstreiche ich jetzt angemessen aus was euch dann an der Kollegin stört.
00:10:59: Und man kann glaube ich da ein ganz einfaches Prinzip für sich nehmen, wenn nicht jemand kritik aussprechen will gegenüber jemanden Mitarbeiter oder so.
00:11:08: Dann kann ich mich auch fragen wie wünsche ich mir denn?
00:11:11: Wie mir Kritik entgegen gebracht wird und das zum Beispiel als Prämisse meines Handelns nehmen.
00:11:17: Wie findest du eigentlich heraus Marie was dein Gegenüber wirklich will?
00:11:22: oft geht es ja gar nicht um den Sachverhalt sondern um irgendetwas anderes.
00:11:27: hast du da einen Rezept?
00:11:30: Ja, da sprichst du einen wahren Punkt an.
00:11:34: Also ich denke hinter jeder Intervention steht auch eine Motivation.
00:11:40: also kein Mensch macht irgendetwas ohne mit einem bestimmten Gedanken getrieben zu sein und man sollte dann darüber nachdenken was dass mein Gegenüber geäußert hat und was er damit eigentlich gemeint hat, was eigentlich dahinter steht.
00:12:05: Und da lohnt es sich oft diese Kritik in einem separaten bilateralen Gespräch nochmal konkret zu hinterfragen um von dem ersten Kritikpunkt zu dem Wirklichen dahinterzukommen Was dann ja man vielleicht auch sehr legitimiert sein kann und was ganz sicherlich die Beziehung der beiden Personen weiterbringt.
00:12:35: Kritik ist ja auch möglicherweise ein Instrument, um Verhandlungen in eine Richtung zu geben.
00:12:39: Und ich kann mich erinnern als ich Konzessionsverhandlungen als Verhandlungsführerin geführt habe, habe ich vor allen Dingen geguckt, was in dem Raum los war und was unsere Verhandlungspartner möglicherweise wirklich wollten?
00:12:53: Und wenn Kritik an unseren Angeboten kam, mal zu überlegen warum die denn kam und was dann eigentlich das Ziel war.
00:13:00: Wie du sagst, die Motivation ist entscheidend und da muss man auch Kraft und Energie verwenden um das rauszufinden, was da eigentlich wirklich los ist.
00:13:11: Das sind ja oftmals männliche dominierte Netzwerke in denen wir aktiv waren.
00:13:15: und wie bist du mit diesen männlich dominierten Netzwerken umgegangen?
00:13:21: Ja, ich habe ja meinen Berufsleben in den Jahrhunderten schon gefühlt.
00:13:30: Da war es ganz natürlich, dass ich in einem Männerumfeld tätig war und da ging's eigentlich darum dabei zu sein und sich in dieses Netzwerk integrieren.
00:13:46: Eigentlich gilt das auch heute noch so, denn das Wirtschaftsleben ist geprägt vom Zusammenspiel von Frauen und Männern.
00:13:55: dabei haben Frauennetzwerke die es ja heute gibt damals gab's sie noch gar nicht durchaus ihre Berechtigung.
00:14:06: aber Frauen müssen meines Erachtens lernen strategisch zu Netzwerken.
00:14:11: Sie müssen überlegen Wo will ich hin?
00:14:14: Wer hilft mir dabei und wie lerne ich diese Position kennen.
00:14:19: Und das kann auch in gemischten Netzwerken bei IHKs, bei branchen Netzwerke, bei Konferenzen sein.
00:14:29: also Ich empfehle sich einfach einzubringen auf die Kollegen zuzugehen.
00:14:37: aus meiner Erfahrung habe ich es noch nie erlebt, dass mich irgendwie jemand brüskiert hat wenn ich auf ihn zugekommen bin und mich vorgestellt haben.
00:14:48: Hallo!
00:14:48: Ich bin Frau Sowieso sowieso.
00:14:50: Ich bin dort und dort beschäftigt oder ich bin für diesen Institutionen unterwegs und ich hab sie schon oft gesehen und ich wollte mich doch jetzt mal persönlich vorstellen.
00:15:02: also das wird immer positiv aufgenommen.
00:15:06: Und heute gibt es ja auch noch ein wunderbares Werkzeug, nämlich unsere virtuelle Plattform LinkedIn.
00:15:17: Wo man so unkompliziert Kontakte ganz unverbindlich knüpfen kann – das gab's in meinen Anfängen des Berufslebens gar nicht!
00:15:30: Da wurde schon sehr hierarchiebezogen miteinander umgegangen.
00:15:37: Aber es ist natürlich nicht ganz einfach, sich in wirklich maßgebliche Zirkel einzuklinken.
00:15:42: Das braucht eine gewisse Hartnäckigkeit, das braucht Energie und Zeit und Kraft um informelle Gesetze und Regularien die dort herrschen zu verstehen und vor allen Dingen damit auch den eigenen Punkt dort zu machen also sich auch gehört zu verschaffen Und Marie Hörf zu verschaffen.
00:16:06: in Meetings, in Runden ist natürlich auch immer ein großes Thema auf das wir angesprochen werden.
00:16:13: Hast du denn reagiert wenn deine Idee ignoriert wurde und einen Mann sie dann fünf Minuten später als die eigene präsentiert hat?
00:16:21: Das kommt ja nicht selten vor!
00:16:23: Nee, das Phänomen tritt oft auf.
00:16:27: aber es ist nicht nur so dass Männer diese Idee als ihre Präsentieren, also auch Kolleginnen können so agieren.
00:16:37: Das gilt wie man für Mann und Frau.
00:16:40: Und da helfen eigentlich nur schlachfertige Antworten.
00:16:45: Wie ja das wurde ja schon mehrfach angeführt nur noch nicht von jedem.
00:16:51: Also dass man das nochmal kontert und sagt Ja dann geht auch jedem auf, dass man das vor fünf Minuten schon selber gesagt hat.
00:17:00: Ja
00:17:00: oder man agiert mal ein bisschen mit Charme oder Witz aber es wird dann deutlich, dass eigentlich die andere Person, die versucht hat, die Idee zu übernehmen, diejenige ist, die so ein bisschen im Regel steht.
00:17:15: Oder wenn sowas häufiger Vorkomper einer Person, da muss man diese Person auch mal bilateral zur Brust nehmen Und ganz klar sagen, ich habe da einen schönen Begriff mal entwickelt.
00:17:27: Der heißt du bist ein intellektueller Trittbrettfahrer und ich verbitte mir das!
00:17:33: Das ist dann auch manchmal nötig.
00:17:36: Daraus wird aber auch deutlich dass es echt empfehlenswert ist, dass man sich einen reportoir an schlachwertigen Antworten zurechtlegt.
00:17:46: Denn die Situation kommen ja irgendwie immer wieder Und dann kann man ja mal so Antworten haben, die auch in den verschiedensten Stufen der Schärfe ausgeprägt sind und die man dann anbringt.
00:18:04: Also ich habe auf jeden Fall die Erfahrung gemacht dass das unglaublich hilft.
00:18:10: Und hattest du jemals das Gefühl, männlicher agieren zu müssen um ernst genommen zu werden?
00:18:17: oder ist es ein Mythos der sich immer wunderbar weiter verbreitet?
00:18:20: Ja
00:18:20: ich glaube also wirklich dass is ein Mythus weil ganz ehrlich was macht denn eine gute Führungskraft aus?
00:18:29: und das sind doch Eigenschaften die sind unabhängig vom Geschlecht.
00:18:36: Eine Führungskraft muss doch Richtung und Orientierung geben.
00:18:41: Man muss authentisch sein, und wahrhaftig!
00:18:45: Man muss bereit sein Verantwortung zu übernehmen für das Handeln des Teams Und am Ende muss man auch schwierige und unangenehme Entscheidungen treffen können und vor allem diese auch umsetzen.
00:18:59: Also diese Eigenschaften machen für mich eine gute Führungskraft aus nicht männlich und nicht weiblich.
00:19:09: Also ich glaube, dass dieses Bild wirklich zu oft bemüht wird.
00:19:15: Tick-und Feedback hat ja auch viel mit Macht zu tun.
00:19:24: Und dazu haben wir hier schon mal ein Podcast gemacht nur zum Thema Macht.
00:19:29: aber jetzt nochmal an dich Marie was verbindest du denn persönlich mit dem Begriff macht?
00:19:36: Erst mal nichts Negatives.
00:19:39: Er wird heute oft im negativen Zusammenhang gebraucht, aber das macht nicht.
00:19:47: Macht kann sehr wirkungsvoll sein man darf sie nur nicht missbräuchlich einsetzen und wer etwas gestalten will muss Macht haben sonst wird das nix.
00:19:59: und deswegen sollten gerade auch Kolleginnen Macht nicht als etwas Schäbiges oder Unangenehmes abtun.
00:20:12: Wenn dir Macht gegeben wird, nutze sie richtig!
00:20:16: Nutze sich nicht missbräuchlich und dann kann ein machtvolles Wort oder ein macht volles entscheiden oder eine macht volle Vorgehensweise dich sehr nach vorne bringen.
00:20:30: und vielleicht noch eine kleine Ergänzung dazu.
00:20:31: Es gibt ja auch unterschiedlichste Quellen von Macht, also wenn ich in einer Funktion bin, wenn ich Leiterin bin, Vorstand Geschäftsführerin dann habe ich ja eine funktionelle Macht.
00:20:40: Die ist natürlich wichtig mit der kann ich eine ganze Menge tun.
00:20:43: aber es gibt natürlich auch ne andere Form von Macht zum Beispiel an Expertenmacht.
00:20:47: Auch die gibt mir die Möglichkeit zu gestalten.
00:20:49: Also ich empfehle immer nochmal sich da wirklich Gedanken drüberzumachen.
00:20:53: Was macht eigentlich?
00:20:54: Und was ist mein persönliches Verständnis davon?
00:20:56: Also das ist ein ganz wichtiger Punkt, den du jetzt unterschieden hast und dazu hast du ja auch den Podcast gemacht.
00:21:03: Unserer Seite noch abzurufen macht als Expertenmacht oder.
00:21:14: ich war im Konzern eigentlich bekannt für die Expertinnen im Gesellschaftsrecht Und weil ich die ersten fünfzehn Jahre in meiner Stabsfunktion im Konzern M&A, Gesellschaftsrecht, Aufsichtsratsrecht und so weiter bearbeitet habe.
00:21:32: Es wurde also jeder der eine Frage in diesem Bereich hat kam als erstes mal zu mir und den hab' ich dann gut bedient und hab ihm auch praktikable Ratschläge gegeben und natürlich hatte ich dadurch eine Macht.
00:21:52: Das hat mir Sichtbarkeit gegeben, das hat mir Zugang zu Entscheidungsträgern gegeben und deswegen sollte man diese Macht aus einem Expertenwissen nicht unterschätzen.
00:22:05: Genau!
00:22:05: Und Macht ist gerade mehrmals gesagt worden bedeutet ich kann etwas gestalten wenn ich etwas gestalken will brauche aber auch strategisch wichtige Verbündete für Vorhaben.
00:22:18: Wie hast du die gefunden?
00:22:20: ohne dich dabei zu verbiegen.
00:22:22: Wie hast du Unterstützung für deine Vorhaben bekommen?
00:22:27: Ja, also hier würde ich erst mal sagen dass sich Verbündete suchen nichts Anrückiges ist.
00:22:34: Keiner kann in einer Organisation in einem Unternehmen allein agieren.
00:22:41: Dort isst man die Allein.
00:22:43: Man muss mit der Organisation leben und dem Umfeld leben Und man muss herausfinden, für wen die eigenen Ziele eine win-win Situation wären und wie man sie dann gemeinsam umsetzen kann.
00:23:00: Das war für mich kein Verbiegen und keine Prostitutionen bei irgendjemandem sondern das war ein ganz normaler Mechanismus in einem Unternehmen.
00:23:14: Man muss immer daran denken What's Informy aber auch what's in for the other.
00:23:21: Das kann, was ist für den anderen drin?
00:23:25: Je mehr für ihn drin ist umso mehr ist die Win-win Situation ausgeglichen.
00:23:31: und dieser andere kann ein Kollege sein – in der eigenen Abteilung, in einer anderen Abteilungen.
00:23:38: Aber ganz wichtig das kann auch der Vorgesetzte sein!
00:23:41: Weil Vorgesetzte setzen sich für bestimmte Vorhaben oder Ideen ganz besonders ein, wenn sie auch selbst etwas dafür von haben.
00:23:52: Also man muss immer dreihundertsechzig Grad denken wer hat noch was von meinen Plänen und wo kann man eine Win-win Situation gestalten?
00:24:05: Genau!
00:24:06: Das ist einfach so, man muss immer gucken was für die anderen auch entscheidend sein könnten.
00:24:11: Damit sie einfach ein Projekt eine Idee unterstützen sonst wird man scheitern und das würde ich noch ergänzen.
00:24:19: Man braucht auch langen Atem.
00:24:21: manchmal scheitert der erste Versuch aber dann klappt der zweite dritte vierte oder fünfte.
00:24:26: also da darf man sich nicht zu schnell irritieren lassen
00:24:32: genau und man darf aber auch nicht sagen dass habe ja schon Vor zwei Monaten gesagt.
00:24:37: Nein,
00:24:37: aber immer wieder kommen steht da Tropfen höhlt den Stein und manchmal ändert sich ja auch das Umfeld und das Setting.
00:24:45: Das heißt etwas was vor einem Jahr nicht akzeptiert wurde passt dann auf einmal
00:24:51: genau.
00:24:53: ich denke nochmal an die junge Frau die waren wir ja auch mal Die morgens in ihr erstes Meeting in einem Bordrom voller Männer geht.
00:25:04: Was wäre denn Unser gemeinsamer Rat an diese junge Frau.
00:25:09: Was ist zu tun und was sollte sie vielleicht besser lassen?
00:25:13: Tja, also als allererstes würde ich mir überlegen... ...was ziehe ich an?
00:25:19: Und mein Ratschlag ist hier etwas an wo drin du dich wohl fühlst und was dich nicht wie eine graue Maus aussehen lässt Aber auch etwas was deiner Position angemessen ist Und das tue ich heute noch so.
00:25:35: Also Pullover oder Strickwesten sind in einem formellen Umfeld ein No-Go und da mag die Kleiderordnung viel liberaler geworden sein, nach Corona und Homeoffice und was weiß ich ist auch viel mehr erlaubt und das Kostümchen is out!
00:25:58: Das ist ja auch gut so.
00:26:00: Aber es gibt immer noch einen Unterschied zwischen einer formellen Kleidung und einer Kleidungen, wie ich samstags morgens auf den Markt gehe.
00:26:11: Und deswegen gilt auch heute noch Kleider machen Leute also wo man sich drin wohlfühlt, wo man nicht wie eine graue Maus aussieht und was der Position angemessen ist.
00:26:23: Und dann eine ganz wichtige Regel sei pünktlich eigentlich sogar fünf Minuten vor dem Meeting, den Raum betreten und um sich den richtigen Platz aussuchen zu können.
00:26:37: Letztlich in die Mitte der Längsseite des Tisches beziehungsweise wenn das der anerkannte Platz oder reservierte Platz für den Ranghöchsten des Meetings ist dann nimm halt einen Platz daneben Aber setz dich nicht irgendwo ans Ende des Tisches oder komm sogar zu spät, dass du nur noch den Platz nehmen musst.
00:27:03: Der übrig bleibt also früh genug da sein sich strategisch überlegen wo setze ich mich hin und da?
00:27:09: einfach die Akkentasche hinstellen und fertig oder den Laptop aufklappen?
00:27:16: ja dann würde ich sagen bei der Sprachkultur.
00:27:21: Also ich würde erst mal, wenn ich jung bin in dem Team und es sind lauter Kollegen anwesend lasst doch die Herren sich erstmal produzieren bis dann so ein strategischer guter Moment, strategisch guter Ment gekommen ist wo du die Stimme erhebst.
00:27:43: so in dem Sinne ja alles interessant was ich jetzt hier lernen konnte Meine Herren, ich darf dann nochmal zusammenfassen.
00:27:52: So und das kannst du nutzen.
00:27:54: also du fasst nicht nur zusammen was du gehört hast sondern du bringst auch deinen eigenen Aspekt noch da hinzu.
00:28:01: Da kann keiner etwas gegensagen ja?
00:28:03: Du hast ja auf den Meinungen und den Äußerungen der anderen aufgesetzt.
00:28:10: So und nochmal ein ganz wichtiger Aspekt verfallen nicht in die Versuchung den Herren den Kaffee einzuschenken oder Protokoll zu führen.
00:28:23: Wobei du natürlich für dich selbst alles sehr akribisch in Notizen festhältst, den Kaffeeinschenken darfst du dann wenn du die Ranghöchste Kollegin des Treffens geworden bist.
00:28:37: Also wenn du die CEO-Position erreicht hast, dann darfst du gerne die Herren mit dem Kaffee bedienen.
00:28:44: Ich kann mich daran erinnern dass ich in meiner CEO Position, wenn ich Besucher empfinde, mit denen immer erstmal in die Kaffeeküche gegangen bin an der Kaffeemaschine Und habe gesagt, lassen Sie uns mal gemeinsam den Kaffee holen.
00:29:00: Meine Kollegin sitzt jetzt gerade an so etwas Wichtigem also meine Assistentin da möchte ich sie nicht stören.
00:29:08: Ja das kannten natürlich irgendwann alle meine Besucher aber erst Mal haben die Herren etwas ist wahren meistens Herren.
00:29:17: als besucher Haben die erstmal geguckt So dass es aber eine kleine Anekdote aus meinem Berufsleben.
00:29:24: Also in so einer See-Level Position kannst du natürlich andere Dinge tun, als wenn du Mitarbeiterin oder Abteilungsleiterin bist.
00:29:31: Ich möchte aber zu dem Meeting noch was ergänzen, was eigentlich selbstverständlich ist, aber glaube ich nicht immer für alle so klar ist.
00:29:39: Natürlich musst du super präpariert sein!
00:29:44: Du musst alle deine Themen, die du hast kennen.
00:29:46: Du musst die Themen der anderen kennen!
00:29:48: Du musst eine Position haben wohin du eigentlich willst in diesem Meeting und auch so was könnte für dich das beste Ergebnis aus diesen Meetings sein?
00:29:58: Und was ist das Minimumergebnis, was du erreichen musst?
00:30:03: Das muss klar sein sonst kannst du irgendwie ja nie wirklich einen Punkt machen, wenn du nicht weißt wo du eigentlich mit der Besprechung hin willst.
00:30:13: Und ich sage, ich schaue nicht so einiges was sagen wie... Ich guck mal was die alle sagen!
00:30:18: Das kann nicht der Weg sein.
00:30:19: also wirklich sei präpariert.
00:30:21: macht dir klar welche Positionen du hast und wo Du eigentlich hin willst?
00:30:25: Und das gilt eigentlich nicht nur für die junge Frau die in des männlich dominierte Mitting geht, wie du es die Situation ja Eingangs beschrieben hast.
00:30:36: Sondern das gilt letztendlich auch als Führungskraft wenn du selbst die Leitende eines solchen Treffens bist.
00:30:44: Ich kann mich erinnern also ich habe ja als CEO sich Vorstandssitzungen geleitet.
00:30:51: Ich musste immer Tagesordnung und Unterlagen bestens gelesen haben, präpariert sein Und ich hatte mir auch immer vorher überlegt, wo will ich denn hin?
00:31:05: Was sollte das Ergebnis der Diskussion im Bord sein?
00:31:09: und dann dient die Diskussion natürlich noch dazu.
00:31:14: Die Kollegen abzuholen mit zu nehmen und vielleicht auch manchmal meine Positionen zu korrigieren.
00:31:21: aber in Treffen zu gehen egal ob sie physisch oder digital sind vorher alle Unterlagen gelesen zu haben, zu wissen was die Position ist und wo man hin will.
00:31:36: Das ist eigentlich das A&O
00:31:39: Das ist essentiell.
00:31:40: Manchmal habe ich den Eindruck, dass das oft vergessen wird.
00:31:43: Deswegen betonen wir das hier auch noch mal so sehr.
00:31:46: Lass uns ein bisschen zum Schluss kommen!
00:31:48: Ja Marie, wenn du heute einer jungen Führungskraft, die sich in einem männlich dominierten Umfeld in einem Unternehmen behaupten musst drei konkrete Werkzeuge an die Hand geben würdest?
00:31:59: Welche wären das denn?
00:32:02: Da muss ich mal kurz überlegen aber... Eigentlich würde ich raten, schaff dir im Unternehmen den Ruf als Experte-Expertin für ein gewisses Gebiet.
00:32:15: Das gilt für Mann wie für Frau.
00:32:18: Das ist dann die Basis von der man sich weiterentwickeln kann und das korrespondiert ja auch mit dem was du eben ausgeführt hast zu Macht.
00:32:28: Das sind dann die Macht als Experten Und bei mir war das, wie ich auch schon erzählt habe.
00:32:33: Das Gesellschaftsrecht und das M&A so.
00:32:38: Und dann damit man jetzt nicht als Fachexperte dauerhaft als solcher abgestempelt wird zeige im Unternehmen dass du funktionsübergreifend interessiert bist.
00:32:51: dafür kann man sich an interdisziplinären Projekten beteiligen dort mitzuarbeiten dort mitarbeiten und eben zeigen, dass man über sein eigenes Fachgebiet hinaus auch in anderen Disziplinen einen Mehrwert liefern kann.
00:33:12: Letztendlich sind ja heute alle Unternehmen in gewisser Weise in Matrixorganisationen organisiert und insbesondere diese Fähigkeit ist der interdisziplinären Zusammenarbeit ist sehr gefragt.
00:33:28: Und auch dadurch wird man sichtbar und das ist das Stichwort, mein dritter Rat kümmer dich um deine interne und externe Sichtbarkeit.
00:33:40: Internesichtbarkeit damit meine ich in Unternehmensinternen treffen wie zum Beispiel Town Hall Meetings und Ähnlichem seine Stimme zu erheben und etwas zu sagen Und extern, damit meine ich das Unternehmen auf Konferenzen zu vertreten.
00:34:04: In Fachzeitschriften vielleicht Artikel zu schreiben und in Podcasts beispielsweise aufzutreten.
00:34:13: Dadurch wird man eben extern sichtbar oder eben auch einen ordentlichen Account in zu entwickeln, damit meine ich ordentlich ein ordentliches Profil und dort auch aktiv zu sein.
00:34:30: Das ist eben auch externe Sichtbarkeit.
00:34:32: Ja also das wären so die drei Ratschläge Fachwissen als Basis Interdisziplinäres Arbeiten als Weiterentwicklung und Sichtbarigkeit Als Start auf der Erfolgsspur.
00:34:49: Ja, Marie.
00:34:50: Ganz lieben Dank!
00:34:50: Ich glaube das ist relativ klar und auch nachvollziehbar und merkbar.
00:34:56: Ja ich danke jetzt unseren Hörerinnen und Hörern fürs Zuhören hier und wenn ihr mehr über unsere Strategien und Erfahrungen zum Thema Female Success wissen wollt schaut doch mal auf unsere Website www.female-success.eu oder hört auch gerne unseren Podcast.
00:35:16: Herzlichen Dank und bis zum nächsten Mal
00:35:19: Ja, auch von mir.
00:35:20: Danke und Martina.
00:35:22: eine Ergänzung auf unserer Seite die du genannt hast gibt es ja auch Blockartikel in einem Blockarticle darüber oder zu Empfehlungen für die verschiedensten Situationen.
00:35:39: also das lohnt sich mal zu lesen.
00:35:41: so auch jetzt.
00:35:42: aber von meiner seite tschüss bis zum nächsten Mal.