30 - Warum Erfolg kein grader Weg ist
Shownotes
Ein Jahr „Female Success“! Zum Jubiläum blicken Dr. Marie-Theres Thiell und Dr. Martina Rudy hinter die Kulissen ihrer erfolgreichen Karrieren.
Erfolg ist selten eine gerade Linie – er ist geprägt von Umstrukturierungen, Machtwechseln und persönlichen Krisen. In dieser sehr persönlichen Episode teilen die beiden erfahrenen Führungskräfte ihre größten beruflichen Niederlagen und erklären, wie aus einem vermeintlichen Scheitern eine echte Erfolgsgeschichte wurde.
Erfahren Sie, warum ein „Plan B“ Ihre Lebensversicherung ist, wie man in Krisen souverän bleibt und warum Gerechtigkeit im Wirtschaftsleben keine Kategorie ist.
Die Highlights der Folge:
Wenn die Chemie nicht (mehr) stimmt: Martina Rudy über notwendige Neuanfänge nach dem Vorstandswechsel – und wie Veränderung Raum für neue Wege schafft.
Chance durch Umstrukturierung: Marie-Theres Thiell berichtet, wie der Wegfall ihrer Funktion sie schließlich zu einer erfüllenden CEO-Aufgabe im Ausland führte.
Frühwarnsysteme & Plan B: Warum Vernetzung im Unternehmen essenziell ist, um Veränderungen rechtzeitig zu spüren.
Gefühlswelt im Umbruch: Der Umgang mit Empörung, Selbstzweifeln und der harten Realität: "Gerechtigkeit ist keine Wirtschaftskategorie."
Resilienz & Support: "Krönchen richten" – Warum professionelle Hilfe von außen (Coaching/Sparring) kein Eingeständnis von Schwäche ist.
Krisenmanagement in der Praxis: Marie-Theres über regulatorische Krisen in Ungarn und Martina über das Krisenmanagement während des historischen Stromausfalls im Münsterland.
Sichtbarkeit in der Krise: Warum Führungskräfte gerade dann präsent beim Team sein müssen, wenn es brennt.
Die Kunst der Entscheidung: Strategien zur Entscheidungsfindung zwischen „Pest und Cholera“ und warum Fehlbesetzungen schnell korrigiert werden müssen.
Am Ende gibt es 3 ultimativen Tipps für junge Führungskräfte - Frauen wie Männer
Über FEMALE SUCCESS
„FEMALE SUCCESS“ ist der Podcast, der die Rolle von Frauen in Wirtschaft und Führung in den Mittelpunkt stellt – und zeigt, wie entscheidend sie für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen sind. Dr. Marie-Theres Thiell und Dr. Martina Rudy beleuchten, wie Unternehmen aktiv zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen beitragen können, welche Strukturen angepasst werden müssen und welche Erfolgsgeschichten inspirieren
Website: www.female-success.eu
Hast Du Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag für einen spannenden Gast? Dann schreib uns: marie- theres.thiell@femalesuccess.eu oder Martina.rudy@femalesuccess.eu Marie-Theres Thiell bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-marie-theres-thiell/ Martina Rudy bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-martina-rudy-a65632116/
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen
00:00:05: bei Females
00:00:06: Success,
00:00:07: dem Podcast der Frauen in Wirtschaft und Führung in den Fokus rückt.
00:00:11: Wir zeigen wie Unternehmen weibliche Führungen gezielt fördern können und wie Frauen ihre Karriere erfolgreich gestalten.
00:00:18: Eure heutigen Gastgeberinnen sind Dr.
00:00:20: Marie Therese Thiel und Dr.
00:00:22: Martina
00:00:22: Rudi.
00:00:22: Herzlich Willkommen auch im Jahr zu dem Podcast von Femals Success!
00:00:35: Ich bin Marie-Tristan Stiel und neben mir sitzt meine Kollegin Martina Rudi.
00:00:40: Ja, also wir sind heute zu zweit – nur wir beide!
00:00:45: Und unser Podcast ist jetzt ein Jahr alt und wir freuen uns, dass ihr immer noch dabei seid.
00:00:52: Erfolg ist ja selten ein gerader Weg.
00:00:55: Heute wollen wir über die Kurven Schlachlöcher und den Gegenwind sprechen, Die Anregung auch einmal über Rückschläge zu sprechen, kam aus einem Feedback zu unserem Podcast über Erfolgsgeschichten.
00:01:13: Hier können wir viel aus unserer beruflichen Leben berichten.
00:01:17: Martina lass uns doch anfangen!
00:01:21: Was war dein größter Rückschlag und wie hast du dich damals gefühlt?
00:01:26: Ja Marie Therese ganz herzlichen Dank.
00:01:29: da spreche ich gerne drüber.
00:01:31: Ich erinnere mich vielleicht nicht ganz so gerne, aber okay.
00:01:33: Also ich war Kommunikationschefin in einer RWE-Tochtergesellschaft und als Kommunikationchefin kommt es ja immer auf eine besondere Nähe und auf das Vertrauen zum Vorstand an.
00:01:45: So wenn dann der Vorstandsvorsitzende häufiger wechselt und es immer jemand anders gibt kann es einfach mal sein dass es da nicht mehr passt.
00:01:54: Das habe ich damals sehr früh gespürt Aber hab immer geglaubt ich würde es auf die Reihe kriegen.
00:02:00: Das habe ich nicht.
00:02:02: Ich hab damals dann die Position aufgeben müssen, bin an einer anderen Stelle in ein Konzern ins operative Geschäft gewechselt und im Kern ist es so das was sich zunächst als eine Niederlage anfühlte etwas nicht hingekriegt zu haben hat sich da am Ende des Tages für mich zu einer Erfolgsgeschichte verwandelt.
00:02:24: Ja Martina das kenne ich ganz vergleichbar.
00:02:27: bei mir ist es ähnlich gewesen.
00:02:29: In einer Umstrukturierung des Konzerns ist meine Funktion weggefallen.
00:02:35: Und ich war natürlich zuerst sehr enttäuscht und habe mit meiner Vorstandsfunktion in Ungarn dann eine neue Aufgabe im Konzert gefunden, die mich sehr erfüllt hat.
00:02:47: Wie
00:02:47: hast du dich dabei gefühlt bei diesem erst mal zunächst vermeintlichen Rückschlag?
00:02:52: Ja, also den Rückschlag habe ich dann eigentlich schnell gar nicht mehr so sehr wahrgenommen.
00:02:59: Weil ich mich ja auf meine neue Funktionen vorbereiten musste und da war sehr viel Neues eine große Umstellung, neues Land, neue Sprache, neue Funktionen Und Ich bin daraus letztlich sehr gewachsen und habe mich enorm weiterentwickelt.
00:03:18: Also können wir beide sagen an Rückschlag kann auch eine große Chance für eine positive Veränderung sein.
00:03:29: Vielleicht noch mal zu dem Punkt, gab es dann in diesen Situationen einen Moment wo du alles hinwerfen wolltest?
00:03:35: Also wenn ich das so richtig mich erinnere eigentlich nie.
00:03:39: dafür habe ich immer meine Aufgaben zu sehr geliebt und bin dann immer auf etwas Neues gesprungen.
00:03:48: Und wie hast Du damals gemerkt dass vielleicht nicht weiter geht und du gemerkt hast, dass du vielleicht eine Strategie oder deinen Ansatz irgendwie komplett ändern musst.
00:04:02: Ja in einem Unternehmen muss man ja gute Antennen dafür haben das man merkt wenn was gegen einem läuft und erfolgreich ist der die es früh erkennt und dann auch gegen steuern kann.
00:04:18: Und dazu braucht man natürlich sehr gute Vernetzungen als Frühwarnsystem im Unternehmen und darüber hinaus.
00:04:27: So ähnlich war das auch bei mir, bevor diese Entscheidung, dass mein Bereich aufgelöst wurde wirklich verkündet wurde hatte ich schon einen Plan B und den auch vorbereitet mit entsprechenden Leuten dazu gesprochen eben diese Funktionen im Ausland.
00:04:47: Also das sehe ich ganz genauso.
00:04:48: Man kann es auch auf den Punkt bringen, Frühbahnsysteme sind so etwas wie eine Lebensversicherung ein Plan B ist auch so etwas Wie eine Lebens Versicherung.
00:05:00: und Ich sage Es gibt noch einen letzten punkt der heißt man soll sich nichts vormachen face the brutal facts.
00:05:07: was Ist wirklich los?
00:05:09: Und dann Kann Ich agieren
00:05:11: ja und Es wird uns ja heute sehr viel erzählt, also dass Scheitern glorifiziert wird.
00:05:18: Also voll vorwärts und so... Wie fühlt sich das wirklich an wenn man in einer Führungsposition steht?
00:05:24: Und plötzlich der Verantwortungsbereich beschnitten wird oder plötzlich auf der Kippe steht?
00:05:32: Also vielleicht interessiert das insbesondere unsere Hörer.
00:05:36: nochmal was welche Empfindungen hat man da?
00:05:40: Gut, das kenne ich natürlich sehr gut.
00:05:42: Ich hatte es ja auch gerade beschrieben und es gibt da ja auch unterschiedlichste Ausprägungen.
00:05:47: Aber was natürlich immer kommt?
00:05:48: Es gibt so ein Gefühl...ich werde hier ungerecht behandelt.
00:05:53: Das geht oft einher mit einer Empörung Man fängt an sich zu zweifeln.
00:06:00: Das heißt, es gibt auch sowas manchmal wie so einen Gefühlskaurs.
00:06:04: Wichtig ist dass man dann aber wieder den klaren Kopf bekommt und versucht seine Optionen zu sortieren.
00:06:12: Und es muss uns wirklich klar sein, Gerechtigkeit ist keine Kategorie im Wirtschaftsleben auf die man zählen kann.
00:06:22: also man muss in solcher Situation überlegen was für Möglichkeiten habe ich?
00:06:27: Kann ich diese Situation noch retten oder in meinem Sinne gestalten und was wäre der Worst Case und welchen Plan hätte ich dann?
00:06:36: Ja, ich sage ja auch immer keiner hat ein Anspruch an das Unternehmen darauf befördert zu werden oder eine bestimmte Positionen zu bekommen.
00:06:46: Sondern man sollte immer überlegen wo ist die Wind-Wind Situation für das Unternehmen?
00:06:51: Also was kann ich dem Unternehmen bieten und sollte das klarmachen und sichtbar machen und nicht nur immer was ist Informie?
00:07:01: also auch was ist für das Unternehmendrin Und dann ist es nach meiner Erfahrung so, dass das bestimmte Entscheidungsträger dann doch nachvollziehen können.
00:07:13: Und was ich denke man sollte solche Fälle in keinem Fall zu persönlich nehmen?
00:07:18: Ich glaube gerade wir Frauen neigen dazu, das an uns ranzulassen und ich glaube Männer sehen dies weit aussportlicher wie du sagst.
00:07:29: Man muss sich einfach klar machen Gerechtigkeit ist keine Kategorie im Wirtschaftsleben.
00:07:35: Genau, darauf kann man nicht zählen und das heißt man muss genauso wie alle anderen auch mit diesen Fakten einen Umgang finden.
00:07:43: Und
00:07:44: wenn ich nochmal auf dieses Failing zurückkomme, dieses vermeintliche Failing was hat dir denn dann bei deinen Skills die du zur Verfügung hast geholfen aus solchen Situationen gestärkt herauszugehen?
00:07:58: Tja also einmal schütteln, Aufstehen Krönchen richten und weitergehen.
00:08:03: Das sag ich immer, ja?
00:08:05: Und solch eine Resilienz muss man haben, sonst überlebt man Konflikte auf dem beruflichen Lebensweg nicht.
00:08:15: Ist ja auch ähnlich wie im Privatleben.
00:08:18: Auch da hat man ja mal Enttäuschungen.
00:08:22: Die darf man dann vielleicht auch persönlicher nehmen.
00:08:25: aber im beruflichem Lebensweg muss man sich einfach so ein bisschen... dickes Fell angewöhnen.
00:08:33: Ja, das heißt, dass subsumiert man heute eigentlich unter Resilienz.
00:08:39: aber Resilience hast du auch gerade schon angesprochen bedeutet auch, dass man ein funktionierendes persönliches Netzwerk hat Das hilft Situationen einzuordnen mit der eigenen Gefühlslage oder auch der Empörung klarzukommen und Option zu entwickeln.
00:08:57: Und ich habe oft auch in meiner Beratung erlebt, dass gerade hoch belastete Führungskräfte genau diesen Support im persönlichen Umfeld vernachlässigen.
00:09:10: Wenn es dann kritisch sind wird im Job, dann fehlt etwas was diese Menschen unterstützt.
00:09:17: Ja Martina das hast du ganz recht!
00:09:20: persönlichen umfeld jemanden zu haben der als sparingspartner dient ist auf jeden fall ganz wichtig.
00:09:29: aber persönliches umfeld muss nicht immer eigene familie heißen weil irgendwann können partner-familienmitglieder die ganze unternehmensgeschichte nicht mehr hören und ich denke da sind manchmal.
00:09:46: auch ist auch gut, wenn man sich professionelle Hilfe von außen holt.
00:09:51: Und das ist kein Eingeständnis einer Niederlage sondern eine professionelle Haltung mit der man dann ... Mit diesen Menschen vom Außen kann man ganz strukturiert arbeiten und nach meiner Erfahrung hilft das unglaublich!
00:10:12: Ich hatte mehrfach in meinem berufslichen Lebensweg solche Hilfestellungen
00:10:17: Ja, ich kann das nur bestätigen.
00:10:19: Ich hatte da auch einen Coach der mir in einer schwierigen Lage mit mir die Situation bewertet und eingeordnet hat.
00:10:27: Mich ermutigt hat aber gleichzeitig mich vom Baum runter geholt hat nach dem Motto Mädel jetzt kommen wir wieder auf den Boden der Datsachen ganz klare Grenzen gezogen hat Und diese Gespräche waren extrem wertvoll
00:10:44: um
00:10:45: meinen Weg dann wirklich strukturiert weitergehen zu können.
00:10:51: Ich würde jetzt gerne noch mal auf ein anderes Thema, was ihr auch angesprochen habt, nämlich das Krisenmanagement kommen.
00:10:59: Wir leben ja in multiplen Krisen.
00:11:03: viele Unternehmen durchlaufen Krisensituationen, viele Führungskräfte durchlauchen persönliche Krisen.
00:11:13: Also, wie gehe ich mit den Krisen um?
00:11:16: Ob das politische sind oder wirtschaftlich Unternehmenskrisen.
00:11:21: Und Marie gibt es vielleicht für dich eine Krise die dich persönlich besonders geprägt hat?
00:11:27: Ja, eine ganz große und Vielleicht kann ich die Geschichte mal erzählen.
00:11:33: also Ich war junger Ich war ja erst Finanzvorstand in Ungarn und wurde dann CEO.
00:11:40: Und gerade in diese Phase, wo ich Chef dieser Unternehmensgruppe in Ungaren wurde, kam das Unternehmen ein regulatorisch sehr schwieriges Umfeld was auch wirklich an der Existenz des Geschäfts gekratzt hat.
00:11:57: Es ging darum die ganze Mannschaft auf Effizienz zu trimmen um letztendlich die Ertrachtskraft zu erhalten.
00:12:08: Und gleichzeitig musste aber der Zusammenhalt und die Motivation der Mitarbeiter gestärkt werden, und daraus habe ich gelernt dass man eine unglaubliche Standfestigkeit bekommt wenn man eine Krise einmal erfolgreich gemeistert hat.
00:12:27: Wir konnten natürlich das regulatorische Umfeld nur bedingt ändern konnten aber im Unternehmen ein ganz straffes Effizienzmanagement hinbekommen.
00:12:40: Ganz viele Vorgänge sind digitalisiert worden, wir haben Kosten eingespart und ich erinnere mich noch dass ich sehr darauf bedacht war möglichst nicht von Mitarbeitern zu trennen sondern habe dann ganz klar auf natürliche Fluktuation gesetzt und Stellen eben nicht wieder besetzt, sondern durch Effizienzen versucht die ganzen Prozesse neu zu gestalten.
00:13:10: Und diese Erfahrung ehrlich gesagt hat mich fürs Leben geprägt und da habe ich ziemlich breite Schultern bekommen und als Team hat uns das in der Mannschaft im Budapest sehr zusammengeschweißt.
00:13:26: Ja, ich würde gerne auch nochmal eine persönliche Krisenerfahrung hier ergänzen.
00:13:33: Viele von euch werden sich noch an die... Krise im Münsterland, im Jahr zweitausendfünf als zweihundertfünftigtausend Menschen plötzlich in Dezember im Schnee und Strom waren.
00:13:47: Ganz vergleichbar wie es ja kürzlich in Berlin passiert ist!
00:13:51: Ja
00:13:51: das sage ich gleich auch noch.
00:13:52: was zu so?
00:13:53: und hier entstanden natürlich ein enormer Rand der Medien auf den Konzern oder Ich habe damals in der Tochtergesellschaft dieses Thema verantwortet also auf der kommunikativen Seite.
00:14:05: Was bedeutet dass?
00:14:06: Das bedeutet Vierundzwanzig sieben Einsatz über Wochen bei einem extrem hohen Stresslevel.
00:14:16: Und es gibt natürlich in einer solchen Situation Druck auf allen Ebenen, da ist die Konzernmutter, die informiert werden möchte was da jetzt gerade los ist.
00:14:25: Da sind die Kunden, die Fragen haben, da sind die Medien und da kommt die Politik, die fragt wie konnte denn so etwas überhaupt passieren?
00:14:33: Was ist denn da eigentlich los?
00:14:36: Und natürlich Vorderungen nach Schadensersatz etc.
00:14:39: Also ein ganz komplexes Gebilde und mein Learning aus der damaligen Situation war, ich habe dann relativ viel am Anfang versucht auch mit Boardmitteln zu arbeiten – mit meinem Team.
00:14:50: Ich hätte aber viel mehr strategisch nach vorne denken müssen und mir früher viel mehr Support holen müssen.
00:14:56: Habe ich ihn ja auch getan?
00:14:57: Aber am Anfang war das noch nicht so.
00:15:00: Wichtig ist auch was einem immer klar sein muss!
00:15:03: zum Beispiel mal so ein Stromausfall, wie wir es jetzt gerade in Berlin gesehen haben.
00:15:07: Es gibt eine technische Krise wo einfach die Technik wiederhergestellt werden muss und da kann man immer nur sagen das weiß ich auch die Techniker in diesen Netzgesellschaften arbeiten wirklich auf vierundzwanzig Stunden, vierund zwanzig Sieben weil sie wirklich Ärgerz haben die Stromversorgung wieder herzustellen.
00:15:25: Und parallel gibt es eine kommunikative Krise.
00:15:29: Beide laufen parallel, müssen miteinander verflochten werden und müssen auch gemeinsam bewältigt werden.
00:15:36: Das ist ein Stück weit das Geheimnis.
00:15:38: ich kann also Kommunikator nicht etwas versprechen was die Techniker noch gar nicht leisten können.
00:15:42: dann muss ich erklären warum es möglicherweise noch dauert.
00:15:46: Also Es geht mir wie dir Marie Ich bin daraus auch gestärkt heraus gegangen.
00:15:53: Es war mega anstrengend, aber ich möchte heute im Nachhinein für diese persönliche Erfahrung auch nicht mehr
00:16:00: missen.".
00:16:01: Ja und wie du das so gut auseinander dividiert hast?
00:16:05: Einerseits die technische Krise andererseits die kommunikative Krise.
00:16:11: also kann ja auf alle multiplen Krisen in einem Unternehmen angewandt werden.
00:16:19: Es kann der IT-Krise sein, es kann ein Gewinneinbruch sein.
00:16:24: Das ist dann die eigentlich fachliche Krise, die gemanagt werden muss.
00:16:28: und daneben gibt es immer eine Krise die kommunikativ zu bearbeiten ist.
00:16:35: und ja da geht es sehr viel um persönliche Kommunikationen ... der Unternehmensführung und so weiter.
00:16:44: Ich glaube, das wäre noch mal ein Thema eines gesonderten Podcasts.
00:16:48: Kommen wir sicherlich nochmal dran vorbei an dem Thema?
00:16:52: Ganz genau!
00:16:53: Welche Rolle hat dann einen Vorstandsvorsitzender in einer solchen Situation?
00:16:58: Da gibt es einfach unterschiedliche Ausprägungen.
00:17:01: Wir können das dann in einem gesondertem Podcast noch einmal auseinander dividieren.
00:17:06: Marie, wenn du in einer solchen Krise gesteckt hast... Hattest du so etwas wie ein persönlichen Erste-Hilfeplan, wenn der Stress dann mal wirklich zu viel wurde?
00:17:18: Ja.
00:17:19: Man muss wissen wo die eigenen persönlichen körperlichen Grenzen sind.
00:17:25: Irgendwann ehrlich gesagt ist man nicht mehr produktiv und das muss man erkennen.
00:17:32: Und bei mir hat immer sehr geholfen erstmal ordentlich einmal ausschlafen dann gut etwas essen oder trinken und einmal richtig durch die frische Luft gehen.
00:17:45: Danach war ich eigentlich immer wieder leistungsfähig, während meines operativen Berufslebens bin ich zum Beispiel jeden Samstagmorgen mit einem persönlichen Trainer der auch psychologisch geschult oder ist, ich bin nämlich heute immer noch mit ihm unterwegs eine ordentliche Runde geworgt und habe darüber geredet was mir auf der Seele lag.
00:18:15: Jetzt kann man sagen walken kann man auch alleine ja kann man aber ich kann mich erinnern dass sich mit Sicherheit manchen Samstagmorgen im Bett gelegen geblieben bin und das nicht getan hätte.
00:18:27: die Disziplin hätte ich dann nicht gehabt und deswegen feste Verabredung haben, loslaufen und sich alles von der Seele reden.
00:18:39: Diese Gewohnheit habe ich bis heute beibehalten.
00:18:43: Ja, ich kann dem auch nur zustimmen.
00:18:45: Sport und Bewegungen sind extrem wichtig!
00:18:49: Also mal raus frische Luft und wenn das morgens um sechs ist, doch um halb sechs Mal eine halbe Stunde joggen gehen.
00:18:55: Dann sortiert sich schonmal wieder einiges und man kann einfach wieder mit viel besserer Energie sich in den ganzen Tag begeben.
00:19:04: Und es ist aber auch wichtig hier nach dem in der Krise manchmal die akuten Gefühle in den Griff zu kriegen.
00:19:10: Hier haben wir auch immer einige Atemübungen geholfen Aber am Ende muss jede Person für sich selber herausfinden, was denn dann gut tut und was der richtige Weg ist.
00:19:25: Ja jetzt werden viele sagen das genau hat ja der erste Bürgermeister in Berlin getan, was wir hier raten und hat dafür einen füchterlichen Schützdom bekommen.
00:19:36: also man muss natürlich abwägen in welcher Visibilität man steht.
00:19:44: Wenn die Krisensteh betragen, ist das Walken oder Joggen vielleicht nicht gerade so angebracht.
00:19:51: Aber es sind ja nicht immer die Situationen, wo man im Rampenlicht steht.
00:19:58: Sondern es kann auch ganz normale Unternehmensgeschehen sein.
00:20:06: Hier
00:20:07: hätte ich eine Anmerkung zu dem Berliner Case.
00:20:12: in meiner Vorstellung.
00:20:14: gehört ein regierender Bürgermeister in dieser Situation nicht in seinem Homeoffice, sondern zum Krisenstab.
00:20:23: Das hat mich auch gewundert warum man sich da eingeschlossen hat.
00:20:26: das war jetzt meine persönliche Meinung.
00:20:27: und du hast recht so eine Visibilität und dann noch Tennis ist dann einfach ein Symbol was einfach nicht gut ankommt.
00:20:33: da muss man einfach sehr vorsichtig sein was man tut und was man nicht tut.
00:20:39: also letztens learned für unsere Hörer als Führungskraft in einer Krise sichtbar beim Team sein, vor Ort präsent.
00:20:48: Genau!
00:20:49: Nicht alle im Homeoffice und keiner ist richtig greifbar da hilft.
00:20:57: wirklich im Team gemeinsam über die Schwierigkeiten sprechen und sich austauschen wirklich vor Ort sein
00:21:07: ja und entsprechend auch Lagebesprechungen ansetzen.
00:21:10: Morgens, mittags, nachmittags und immer wieder die neuesten Entwicklungen berücksichtigen Wenn es brennt.
00:21:19: wie hast du das geschafft als Frau souverän zu bleiben?
00:21:24: Was war da dein Erfolgsgeheimnis?
00:21:27: Ja also da sprichst du einen ganz kritischen Punkt an.
00:21:32: meine Schwäche war immer meine Emotionalität.
00:21:36: ich mache Alles, was ich tue mit großer Leidenschaft und wer leidenschaftlich an etwas arbeitet den Treffen Kritik gegen Wind usw.
00:21:48: umso mehr.
00:21:50: Und ja Ich hab erstmal durch gearbeitet und habe aber auch Zeit gebraucht Um die eigene Souveränität wiederzubekommen.
00:22:02: Also, möglichst sich dann einmal zurücknehmen rausgehen vielleicht wenn es möglich ist bei einem Gespräch vielleicht sagen lassen wir das jetzt mal so stehen lassen sonst noch mal bei anderer Gelegenheit darüber reden.
00:22:20: also erstmal Zeit gewinnen um sich selbst wieder zu sammeln.
00:22:23: Ja, ich kann vielleicht ergänzen.
00:22:26: Wir erinnern uns beide sehr gut glaube ich eine eine Situation im Konzern.
00:22:31: Ich weiß was du jetzt erzählst.
00:22:32: Also ihr zählen ohne einen Abendessen.
00:22:34: Es gab also ein großes Performance-Programm.
00:22:36: das heißt ja am Ende des Tages immer dass Personal abgebaut wird und unseren beiden Teams traf es... irgendwie in besonderem Maße.
00:22:45: Dann gab es eine legendäre Besprechung für diesen Performance-Prozess verantwortlichen und wir sind beide extrem unter Druck geraten.
00:22:55: Ich kann mich erinnern, mir kamen die Tränen... ich habe mich rumgedreht, hab durchgeatmet und gesagt das bekommt ihr jetzt von mir nicht!
00:23:04: Und habe weiter für mein Team gekämpft.
00:23:08: Das kann passieren dass man wirklich massiv unter Druckgerät in einer Situation.
00:23:16: Und dieses Durchatmen, eine kleine Sekunde Zeit gewinnen um sich wieder zu sortieren ist natürlich extrem wichtig und das muss man auch üben und trainieren.
00:23:28: Bettina, ich habe diesen Besprechungsraum wo das passiert ist noch vor Augen obwohl es bestimmt zwanzig Jahre her ist.
00:23:36: und diese Umstrukturierung was du jetzt die Du jetzt angesprochen hast.
00:23:41: Ist ja genau die gewesen die Ich am Anfang erwähnt habe wo spätestens in dieser Besprechung ich gemerkt hab wo die Glocken hängen Und dann Ruki Zucki auch den Plan B entwickelt habe Und wo ich dann eben in einer ganz anderen Position im Konzern mich wiedergefunden habe und das eine große Erfolgsstory war.
00:24:03: Ja, ich würde gerne nochmal auf das Thema Entscheidungsfindung zurückkommen oder das Thema überhaupt mal ansprechen.
00:24:12: Entscheidungen zu treffen stellen wir ja fest ist viele Leute Probleme haben sehr klar und sehr konkret an der Entscheidung zu treffen.
00:24:23: Das Problem ist ja besonders groß, wenn es keine perfekte Lösung gibt.
00:24:27: Wie bleibst du dabei stabil?
00:24:29: Was sind deine Strategien zur Entscheidungsfindung?
00:24:34: Ja auch das Thema hat mich in meinem beruflichen Leben sehr begleitet.
00:24:40: Wenn man dann letztendlich CEO ist und das vielleicht auch nur bei einer Konzerngesellschaft muss man tagtäglich Entscheidungen treffen Und natürlich hat man einen Vorstand, aber am Ende ist es immer der Chef, der sagt rechts rum oder links rum.
00:25:06: Das gilt ja für eine Führungskraft in einer Abteilung und so weiter ganz genauso.
00:25:11: Ich habe mich immer in schwierigen Situationen mit Personen aus meinem Netzwerk ausgetauscht besprochen eine Entscheidung erarbeitet und meine Entscheidungsidee quasi mir so erarbeitete und vertestete.
00:25:29: Also das ist ganz, ganz wichtig dass man irgendwie einen engeren Kreis hat auch außerhalb des offiziellen Entscheidungsgremiums mit dem man sich da mal austauscht und schaut, ob das was man im Kopf hat der richtige Weg ist.
00:25:51: Und man soll sich nichts vormachen nach sowas ich beobachte hat jede Führungskraft in exponierter Position so einen Sparringspartner eigentlich unersetzlich.
00:26:11: und das muss ein Sparringspartner auf Augenhöhe sein, also außerhalb des Hierarchiegefüges im Unternehmen.
00:26:20: Ganz genau!
00:26:21: Also dieser Sparringspartner ist wichtig der auch mal der oder die dann auch mal klare Ansagen macht.
00:26:30: Da verrennst du dich möglicherweise, überleg das nochmal.
00:26:34: Und das kann natürlich ein Sparringspartner aus dem Unternehmen sein wie du sagst Marie, das kann aber auch ein externer Berater oder Coach sein.
00:26:40: Das habe ich natürlich auch schon rein tief häufig gemacht.
00:26:43: Wichtig ist vielleicht auch noch mal... Ein Entscheidung beruht ja in der Regel auf klaren Kriterien und da sollte er auch.
00:26:50: Aber es gibt immer auch diesen Punkt Entscheidungen zwischen Pest und Kollerer!
00:26:56: Alle Alternativen sind irgendwie Mist und man muss trotzdem einen Weg gehen.
00:27:00: Ich habe
00:27:01: dann letztendlich immer auf mein Bauchgefühl gehört und das war eigentlich ein ganz guter Ratgeber.
00:27:09: Und ich kann mich erinnern, dass sich zum Beispiel bei Personalentscheidungen ein oder zweimal das nicht gemacht hat.
00:27:15: Und damit ist mir diese Entscheidung hinterher komplett auf die Füße gefallen.
00:27:20: Also aber auch da gilt schaut selber findet heraus wie für euch der beste Umgang mit Entscheidungen
00:27:32: Wo du jetzt gerade Personalentscheidungen ansprichst, auch das ist ein Learning aus meinem langjährigen Leben als Führungskraft.
00:27:45: Wenn man fühlt dass man mit dieser Entscheidung für eine Person daneben lag die nicht performt, die das ganze Team runterzieht wirklich nicht ins Team passt, dann sollte man diesen Fehler sehr schnell korrigieren.
00:28:04: Weil nichts straft ein und verfolgt einen so sehr wie falsche Personalentscheidung?
00:28:09: Da kann ich nichts hinzufügen.
00:28:10: ganz genauso ist das.
00:28:12: auch muss es wirklich schnell korrigeren.
00:28:15: Ja lass uns mal wir haben jetzt das ganze Thema Krise Rückschläge Resilienz ja sehr intensiv betrachtet und ich würde jetzt einfach gerne auch zum Abschluss des heutigen Podcasts kommen.
00:28:30: Und deswegen eine abschließende Frage an dich, Marie.
00:28:33: Wenn du heute einer jungen Führungskraft die gerade einen schweren Rückschlag erlebt hat hast drei konkrete Tipps geben würdest?
00:28:44: Welche wären das?
00:28:47: Ja als erstes einmal ein Rückschlag ist nicht das Ende.
00:28:52: Daraus kann ganz erfolgreiches entstehen, erkennen wenn es nicht mehr weitergeht und habe dann einen Plan B. Das wäre mein erster Ratschlag!
00:29:05: Mein zweiter wäre schaffe dir ein Umfeld was dich unterstützt wo du deinen Sparringspartner findest und was dein Rückzugsraum ist.
00:29:17: Und insbesondere an unsere weiblichen Zuhörer Umfeld nicht nur Familie und auch nicht nur ein Frauennetzwerk.
00:29:30: Es können auch gemischte Netzwerke sein, also diese Ratschläge gelten ja für Männer wie für Frauen.
00:29:38: Und dieser Sparingspartner für eine Frau kann auch ein Mann sein!
00:29:43: Mein dritter Ratschlag wäre Bedenken dass du auf dem beruflichen Lebensweg einen langen Atem brauchst und für diesen langen Arten brauchst du einen persönlichen Ausgleich, der ganz individuell gestaltet werden kann.
00:30:04: Und auch muss jeder Mensch es anders!
00:30:07: Das wären so meine drei Learnings die man mitnehmen sollte wenn man durchstartet.
00:30:15: Liebe Marie, ganz herzlichen Dank nochmal für diese drei Tipps zum Abschluss.
00:30:20: Ich glaube da kann jeder etwas mit anfangen und ich danke euch da draußen dass ihr heute dabei wart.
00:30:27: und wenn ihr mehr über erfolgreiche Wege in Führung und Verantwortung wissen wollt schaut hört gerne unsere weiteren Podcast an geht gerne mal auf unsere Website www.female-success.eu Und schaut euch an, was es dort noch alles Interessantes zu erfahren gibt.
00:30:48: Bis zum nächsten Mal und herzlichen Dank!
00:30:51: Ja danke Martina für das Gespräch und ja auch von mir tschüss bis zum nächsten mal.